Wissenswertes
Fuerteventura wirkt auf den ersten Blick karg – doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine überraschend vielfältige Fauna, die sich an die lebensfeindlichen Bedingungen angepasst hat: von Landtieren über Vögel bis hin zur reichen Unterwasserwelt. In diesem Beitrag nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Tierwelt der Insel.
- Atlashörnchen
Das Atlashörnchen (eigentlich Nordafrikanisches Streifenhörnchen) wurde in den 1960er-Jahren von Marokko nach Fuerteventura gebracht und hat sich schnell verbreitet. Heute ist es eines der bekanntesten Tiere der Insel.
Man findet die kleinen Nager überall: an Aussichtspunkten, in felsigen Küstenregionen oder sogar in Hotelanlagen. Ihr neugieriges Verhalten macht sie bei Besuchern beliebt – dennoch ist es wichtig, sie nicht zu füttern. Das Füttern schadet langfristig ihrem natürlichen Verhalten und kann Krankheiten fördern.
Sie ernähren sich in der Natur von Samen, Früchten und kleinen Insekten und tragen so zum ökologischen Gleichgewicht bei.
- Majorera-Ziege
Die Majorera-Ziege ist eines der Wahrzeichen Fuerteventuras. Sie gilt als besonders robust und genügsam und liefert die Milch für den bekannten Queso Majorero, einen der besten Ziegenkäse Spaniens.
Überall auf der Insel – vor allem im Inland – sieht man sie in kleinen Herden grasen. Sie sind ein fester Bestandteil der lokalen Kultur und Landwirtschaft.
Besucher sollten darauf achten, Herden nicht zu stören, insbesondere wenn Jungtiere dabei sind.
- Kanarische Eidechse
Die Kanarische Eidechse ist eines der typischsten Tiere Fuerteventuras. Sie liebt Sonne und Wärme und ist fast überall auf der Insel zu finden – auf Mauern, Felsen und Wegen. Die Tiere sind neugierig, aber vorsichtig, und flüchten blitzschnell in Spalten, sobald Gefahr droht. Ihre Farbe variiert je nach Lebensraum zwischen Grau, Braun und Grünlich. Eidechsen sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems, da sie Insekten fressen und Pflanzensamen verbreiten. Bitte niemals füttern oder berühren – das kann sie krank machen.
- Seidenreiher
Der elegante Seidenreiher mit seinem schneeweißen Gefieder und den langen schwarzen Beinen ist an den Küstenlagunen und Feuchtgebieten Fuerteventuras häufig zu sehen. Mit schnellen, präzisen Schritten watet er durchs flache Wasser und erbeutet kleine Fische, Garnelen oder Insekten. Besonders in den frühen Morgenstunden, wenn das Licht golden über den Salinen liegt, lässt sich dieser anmutige Vogel gut beobachten. Reiher sind sehr scheu – daher sollte man sich ihnen ruhig und mit Abstand nähern, um sie nicht zu stören.
- Löffler
Löffler treten oft in kleinen Gruppen auf, die gemeinsam nach Nahrung suchen. Ihr gleichmäßiges Pendeln der Schnäbel im flachen Wasser wirkt fast choreografiert. Diese Tiere legen große Strecken zwischen ihren Brut- und Rastplätzen zurück und machen Fuerteventura häufig auf dem Zugweg Halt. Sie sind besonders lichtempfindlich und sollten daher nicht mit Blitzlicht fotografiert oder aufgeschreckt werden.
- Wiedehopf
Mit seiner auffälligen Federhaube und dem markanten „Up-up-up“-Ruf ist der Wiedehopf leicht zu erkennen. Er ist einer der farbenprächtigsten Vögel Fuerteventuras und oft auf offenen Feldern oder in Olivenhainen zu sehen. Mit seinem langen, gebogenen Schnabel stochert er im Boden nach Insekten und Larven. Wiedehopfe bevorzugen ruhige Gebiete mit alten Bäumen oder Mauerritzen zum Brüten. Wer ihn sieht, erlebt einen besonderen Moment – er ist zwar nicht selten, aber scheu und vorsichtig.
- Mäusebussard
Über den weiten Tälern und Schluchten der Insel kreisen häufig Greifvögel – majestätisch und lautlos. Besonders der Kanarische Mäusebussard ist auf Fuerteventura heimisch. Mit scharfen Augen erspäht er seine Beute – Eidechsen, kleine Säugetiere oder Vögel – aus großer Höhe. Sein Ruf hallt weit durch die Stille der Landschaft. Greifvögel sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht, da sie schwache oder kranke Tiere jagen. Wer sie beobachtet, sollte respektvoll Abstand halten – gerade in der Brutzeit reagieren sie empfindlich auf Störungen.
- Kanarengirlitz
Der Kanarengirlitz, der wilde Vorfahre des bekannten Kanarienvogels, ist auf Fuerteventura weit verbreitet. Mit seinem grünlich-gelben Gefieder und seinem lebhaften Gesang bringt er Leben in selbst die kargsten Gegenden. Er bevorzugt Sträucher, Obstbäume und offene Felslandschaften. Diese Vögel sind sehr sozial und treten meist in kleinen Gruppen auf. Ihr Gesang erklingt fast das ganze Jahr über – ein Symbol für Lebensfreude und Anpassung an die Naturbedingungen der Insel.
- Delfine
Vor Fuerteventuras Küsten leben verschiedene Delfinarten, darunter der Große Tümmler und der Gemeine Delfin. Sie begleiten oft Boote, springen spielerisch aus dem Wasser und wirken dabei fast vertraut. Tatsächlich sind sie sehr soziale Tiere, die in engen Familienverbänden leben und über Klicklaute kommunizieren. Begegnungen mit Delfinen gehören zu den schönsten Naturerlebnissen auf der Insel – dennoch sollte man immer auf Abstand bleiben und nur zertifizierte Anbieter für Bootstouren wählen. Wilde Delfine dürfen niemals gefüttert oder verfolgt werden – sie brauchen ihren natürlichen Raum im Meer.
- Karettschildkröte
Die Unechte Karettschildkröte zählt zu den faszinierendsten Meeresbewohnern der Kanarischen Inseln. Sie kann bis zu einem Meter groß werden und Jahrzehnte alt. Fuerteventura spielt eine wichtige Rolle für ihre Rückkehr, denn in den letzten Jahren wurden an einigen Stränden Projekte gestartet, um die Tiere wieder anzusiedeln. Schildkröten legen ihre Eier an warmen Sandstränden ab, bevor sie wieder ins offene Meer zurückkehren. Wer beim Tauchen oder Schnorcheln einer Schildkröte begegnet, sollte ruhig bleiben, sie nicht berühren und mindestens drei Meter Abstand halten. Diese stillen, uralten Wesen erinnern daran, wie verletzlich das Leben im Ozean ist.
- Adlerrochen
Unter der Oberfläche des Atlantiks verbirgt sich eine faszinierende Welt – und einer ihrer elegantesten Bewohner ist der Adlerrochen. Mit einer Spannweite von bis zu zwei Metern gleitet er majestätisch über den sandigen Meeresboden. Er ernährt sich von Muscheln und Krebsen, die er mit seinem kräftigen Maul zerkleinert. Adlerrochen sind friedlich und harmlos, aber sehr scheu. Wer beim Tauchen oder Schnorcheln einen dieser Tiere sieht, erlebt einen stillen, beinahe magischen Moment – eine Begegnung, die man in aller Ruhe und ohne Annäherung genießen sollte.
- Felsenkrabbe
Die leuchtend rote Felsenkrabbe ist einer der farbenprächtigsten Küstenbewohner Fuerteventuras. Sie lebt in den felsigen Gezeitenzonen und ist vor allem bei Ebbe aktiv, wenn sie zwischen den Lavasteinen Algenreste und kleine Organismen aufpickt. Ihr glänzendes Panzerkleid schimmert je nach Lichteinfall in Rottönen, Violett oder Schwarz. Obwohl sie oft leicht zu sehen ist, bleibt sie sehr wachsam – bei Gefahr verschwindet sie blitzschnell zwischen den Spalten. Felsenkrabben sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht der Küsten, da sie abgestorbene Pflanzenreste beseitigen. Bitte nicht anfassen oder aus dem Wasser heben – sie sind empfindliche Lebewesen, die in ihrer Umgebung eine entscheidende Rolle spielen.
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